Borreliose - Diagnostik




Die Borreliose beginnt nach einem Zeckenstich (siehe linkes Bild, adulte/erwachsene Zecke) nur bei jedem Dritten mit einer Wanderröte (siehe unten) der Haut (Erythema migrans). Es folgt in der Regel eine Phase mit unklaren Beschwerden, z.T. grippeartige Beschwerden, z.T. mit Fieber. Es können Gelenkschmerzen, eine Gesichtslähmung oder Herzrhythmusstörungen auftreten. Manche Borreliosekranke berichten von Halbseitensymptomen, Kribbeln in den Armen, Beinen oder am Körper; Lähmungen von peripheren Nerven oder Hirnnerven sind seltener.


Die Beschwerden sind häufig wechselnd, springen von einem Körperteil zum anderen. Das führt meistens zu Fehldiagnosen (Bandscheibenvorfall, Tennisarm, Sehnenscheidenentzündung, Schleimbeutelentzündung). Schließlich landen manche beim Psychotherapeuten und erhalten Psychopharmaka, da die Symptome nicht mit der Borreliose in Zusammenhang gebracht werden, sondern mit psychiatrischen oder neurologischen Erkrankungen (Multiple Sklerose, Fibromyalgie,Rheuma,Arthritis,...).
Schmerzpatienten werden mit der Diagnose "somatoforme Schmerzstörung" oder "Psychosomatische Störung" versehen. Die Verordnung von Psychopharmaka ist meist die Folge, kann aber die Ursache der Erkrankungen nicht beheben.

Laboruntersuchungen werden z.T. zu oberflächlich durchgeführt (nur ein einfacher Suchtest "ELISA-Test" statt eines "Western blots"). Fatal ist die Einschätzung von nachweisbaren Antikörpern. Sie werden als "Resttiter" nach einer akuten Erkrankung gewertet. Die aktuellen Beschwerden werden nicht berücksichtigt. Zudem gibt es keine einheitlichen Standards bezüglich der Diagnosestellung. Im Gegensatz zu den USA, wo nur eine humanpathogene Borrelienart nachgewiesen wurde, sind es in Europa mindestens 6. Zur Messung der aktuellen Erkrankung kann ein Lymphozytentransformationstest (LTT) durchgeführt werden (der aber von einigen Wissenschaftlern als nicht beweisend für eine Borreliose angesehen wird). In Zweifelsfällen sollte dieser Test aber doch durchgeführt werden, um Entscheidungssicherheit bezüglich der Therapie zu gelangen. Ein negativer Test schließt eine aktive Erkrankung jedoch nicht aus.

Die Erkrankung findet in Geweben und Organen statt und nicht im Blut! Typischerweise entstehen hochspezifische Antikörper (p39,p21,p83,p100) erst während einer Antibiotikatherapie. Auch der LTT wird oft erst unter der Therapie positiv, insbesondere dann, wenn vorher immunsuppressiv therapiert wurde.

Das Entscheidende ist jedoch die Symptomatik - die Laborergebnisse können eine Diagnose nur stützen.

Es gibt Kranke, die keinen Antikörpertiter entwickeln (weil sie vielleicht zuvor antibiotisch behandelt wurden oder ein Immunsuppressivum - Cortison - erhalten haben. Eine hochdosierte Antibiotika-Behandlung ist trotzdem gerechtferigt, wenn vieles für eine Borreliose spricht. Eine Besserung der Beschwerden ist der Beweis für diese Erkrankung.

Fehlende Erfolge sprechen für eine nicht ausreichend hohe Dosierung des Antibiotikums oder für eine bzw. mehrere Coinfektionen. Hier ist insbesondere an Bartonellen, Yersinien, Chlamydien u.a. zu denken.

Weitere Hinweise finden Sie im Buch "Die neue Seuche - Zecken-Borreliose auf dem Vormarsch" von dem Facharzt für Allgemeinmedizin Hans-Peter Gabel, das auch über unsere email zag-wf@t-online.de für Euro 18,00 (incl.Porto) zu bestellen ist.

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